Mein Arbeitskollege war schon seit jeher absonderlich.
Beunruhigend empfand ich ihn, als er von einem Film berichtete, den er einmal gesehen hatte. ''Das Handbuch des jungen Giftmischers'' würde ihn sehr begeistern, da es dokumentiert, wie dort Einer seine Arbeitskollegen letzlich umbringt, in dem er ihnen beständig Gift verabreicht.
Vielleicht hätte mich dieser Filmtipp ebenso begeistert, wenn ich mit jenem Tippgeber nicht gerade beruflich in Kontakt gestanden hätte.
Nachdem nun eine 16jährige Japanerin Ihre Mutter nach eben diesem Muster ins Koma beförderte und dies in Ihrem Weblog täglich dokumentierte, bin ich doch sehr verunsichert.
Mein Kollege war von dieser Akribität nämlich sehr angetan.
Nun möchte ich alle hier Lesenden einmal bitten, sich im Internet umzuschauen, ob eventuell jemand berichtet, wie er gerade einen Kollegen mit vergiftetem Kaffee zugrunde richtet.
Wenn er den Kollegen als zunehmend antriebslos, unkonzentriert und ständig übermüdet beschreibt, dem andauernd etwas weh tut und dessen Haar am Hinterkopf langsam dünner wird, dann würde mich das jetzt doch sehr interessieren.
fällt mir momentan ein, was geringer erbärmlich anmutet, als das anorakbejackte Publikum, das der am Infostand eines Einkaufszentrums spielenden Salsa-Band lauscht.
Dieses verklärte Leuchten in den Augen der Zuhörenden, die stille Zustimmung: ''Jaa, diese Brüder machen's richtig. Die tragen ihren Funken noch in sich, die sind wirklich ganz nah dran am echten Lebensgefühl.''
Als Superlativ derer, die sich während des zweieinhalbminütigen Innehaltens zwischen den Einkäufen tatsächlich eine Xenophilie einreden konnten, sind diese jungen Dinger mit ausgerupften und übermalten Augenbrauen, die sich aufgrund jener knisternden Stimmung (und gaaanz bestimmt nicht, weil gerade so viele zusehen) von der feurigen Musik dazu hinreissen lassen, sich aus der Zuhörerschar zu lösen um sogleich in Salsa-Grundschritten, auf der Stelle trippelnd, ein Tattoo auf kalkweissem Gesäß zum Wabbeln zu bringen.
Just kommt auch schon Eine von den Junggebliebenen hinzu.
Um den Hals, auf dem ihr Drahthaarkopf ruht, ein selbstgefärbtes Seidentuch, hat sich diese polyglotte Schönheit eigens vom Rotweinstand aufgemacht, um sich, die offenen Handflächen nach außen kehrend, im Klang der fremden Musik zu wiegen.
Ja, in diesem Teil des Einkaufcenters geht der Sommer (zumindest heute abend) wahrlich nie zu Ende...
wird man ja leider zwischendurch immer mal wieder gefragt, worauf man dann mit einem ''Ja,...öhö..gut, danke'' zu antworten pflegt.
Dessen überdrüssig frage ich nun vermehrt zurück: ''Die Kunst? Sag, von welcher Kunst sprichst Du? Vermutlich meinst Du nicht die gegenwärtige Kunst noch Kunstgeschichte in ihrer modernen Ausprägung. Aber fragst Du nun mich im Speziellen? Ich gestalte zwar Einiges, doch würde ich es nicht gleich als Kunst bezeichnen und Du tätest dies doch ebensowenig. Also scheint mir, Du willst von etwas anderem hören. Der Kunst - hm Kunst? Der Kunst zu leben? Nein, eine so abgedroschene Floskel kannst selbst Du nicht meinen.
Hey, bleib hier - ich habe Dir doch noch gar nicht geantwortet...''
Liebe Wissende,
auf welche nebulöse Kunst bezieht sich eigentlich jemand, der lediglich erfahren möchte wie es mir geht ?
Bitte erklären Sie mir und anderen Interessierten diese Redewendung.
im Halbkreis und schauten auf die nagelneuen Zangen, die ich soeben erworben hatte.
''Wir haben schon mit dem Umbau begonnen, aber uns fehlen noch diverse Zangen. An Messer, Schere und gerade an Zangen hat hier wieder niemand gedacht'', liess man mich über's Telefon wissen und so hatte ich noch kurz einen Umweg über den Baumarkt genommen.

Nach meiner Ankunft wurde ich dann für meinen Eifer von allen herzlich gelobt.
''Danke, Florian'', hob meine Freundin an und dämpfte sogleich unseren Enthusiasmus, ''doch womit kriegen wir die Dinger jetzt auseinander...?''
'' Florian, hast Du nicht mal erzählt, dass Dein Bruder für ein Institut gearbeitet hat ? War das ein Goethe- ?''
'' Nein, ein Kredit- .''
200 Schritte entfernt von Bahnhof und Fußgängerzone schlug dieser adrette Herr seinen Werbestand für Kabel Deutschland auf.
Ich entschuldige mich vielmals für die geringe Qualität dieses Fotohandyfotos, aber ein Klick auf das Bild zeigt das volle Ausmaß dieses durchdachten Standorts.
Nun ja, Bahnhofsnähe nützt eben nichts, wenn man sich auf der weltabgewandten Rückseite befindet.
Wenigstens konnte der Agent hier, wenn schon keine Kunden, so zumindest noch einige Sonnenstrahlen sammeln.